Lieferantenbewertung Vorlage (Excel, ISO 9001)
Wer Material oder Leistungen zukauft, die im eigenen Produkt landen, muss seine Lieferanten nach festgelegten Kriterien beurteilen, auswählen und überwachen. So steht es in Kapitel 8.4 der ISO 9001, und der Auditor will zwei Dinge sehen: die Kriterien und die regelmäßige Anwendung.
Diese Excel-Vorlage macht beides. Vier Kriterien mit Gewichtung, je Lieferant eine Zeile, Punktzahl und ABC-Klasse rechnen sich selbst. Die Gewichte stehen auf einem eigenen Blatt und lassen sich an dein Unternehmen anpassen, die Formeln ziehen automatisch nach.
Stand: 17.09.2026 · gepflegt von w2 Labs
Was gehört rein
- Qualität (Vorschlag: 40 %)
- Wareneingangsprüfung und Reklamationen: Wie oft kommt fehlerhafte Ware? Die härteste Währung der Bewertung.
- Liefertreue (30 %)
- Termin- und Mengentreue. Ein pünktlicher Lieferant mit mittlerem Preis schlägt den billigen, der die Fertigung stoppt.
- Preis und Konditionen (15 %)
- Preisniveau im Marktvergleich, Preisstabilität, Zahlungsbedingungen.
- Service und Kommunikation (15 %)
- Erreichbarkeit, Reaktionszeit bei Problemen, technische Unterstützung, Verhalten im Reklamationsfall.
- Punktzahl und Klasse
- Gewichteter Schnitt aus den vier Noten (1 bis 10). Ab 8,5 Klasse A, ab 6,5 Klasse B, darunter C. Grenzen anpassbar.
- Konsequenz je Klasse
- A: bevorzugt beauftragen. B: beobachten, Gespräch bei Verschlechterung. C: Entwicklungsgespräch mit Frist oder Ersatz suchen. Ohne Konsequenz ist die Bewertung Dekoration.
So füllst du die Vorlage aus
- Trage nur die Lieferanten ein, die für die Produktqualität relevant sind. Der Büromaterial-Händler muss nicht bewertet werden, der Stahllieferant schon. Faustregel: alles, was ins Produkt eingeht oder direkt zum Kunden geht.
- Bewerte mit Zahlen, die du hast, nicht mit Bauchgefühl. Reklamationen und Liefertermine stehen im ERP oder im Wareneingangsbuch. Wo es keine Daten gibt, gilt die ehrliche Einschätzung des Einkaufs, dann aber von zwei Personen.
- Noten von 1 bis 10 je Kriterium. 10 heißt: keinerlei Beanstandung im Zeitraum. 5 heißt: mehrfach aufgefallen, aber tragbar. Unter 3: akutes Problem.
- Einmal jährlich für alle, kritische Lieferanten halbjährlich. Den Rhythmus oben im Blatt eintragen und einhalten, ein zwei Jahre altes Bewertungsdatum fällt im Audit sofort auf.
- Bei Klasse C eine Konsequenz eintragen und terminieren. Entwicklungsgespräch, Frist, Zweitlieferant aufbauen. Die Spalte „Maßnahme“ ist dafür da und ist das Erste, was der Auditor bei einem C-Lieferanten liest.
- Ergebnis in die Managementbewertung übernehmen: Verteilung A/B/C plus die C-Fälle mit Stand der Maßnahmen. Das ist die Pflichteingabe „Leistung externer Anbieter“ aus 9.3.2.
Worauf der Auditor schaut
- Gibt es festgelegte Kriterien, und werden sie tatsächlich angewendet? Eine Liste ohne Datum oder mit einer einzigen Bewertung von vor drei Jahren ist eine Abweichung.
- Folgt aus schlechten Bewertungen etwas? Der Auditor sucht sich gern den schlechtesten Lieferanten heraus und fragt nach der Maßnahme.
- Passt die Bewertung zu den Reklamationsdaten? Ein Lieferant mit fünf Reklamationen und der Note 9 in Qualität wirft Fragen auf.
- Sind neue Lieferanten vor der ersten Beauftragung beurteilt worden (Erstbewertung, Musterprüfung, Probeauftrag)?
- Kennt der Einkauf die Bewertung? Ein QM-Dokument, von dem der Einkauf nichts weiß, ist keins.
Im QM-Portal füllt sich das von selbst. Kennzahlen aus dem ERP, Maßnahmen mit Termin, Nachweise an einem Ort, und diese Vorlage ist dort ein lebendes Dokument statt einer Datei im Ordner.
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Welche Lieferanten müssen nach ISO 9001 bewertet werden?
Alle externen Anbieter, deren Produkte oder Leistungen in dein Produkt eingehen, direkt an deinen Kunden gehen oder einen ausgelagerten Prozess betreffen (Kapitel 8.4.1). Reine Verbrauchsmaterial-Lieferanten kannst du begründet ausnehmen, die Begründung gehört ins QM-System.
Wie oft muss die Lieferantenbewertung durchgeführt werden?
Die Norm nennt keinen Rhythmus, verlangt aber Überwachung. Etabliert ist einmal jährlich für alle relevanten Lieferanten, bei kritischen (A-Material, Einzelquellen) halbjährlich. Wichtiger als der Rhythmus ist, dass er festgelegt und eingehalten ist.
Reicht eine ABC-Einstufung ohne Punktzahlen?
Formal ja, die Norm schreibt keine Methode vor. Eine nachvollziehbare Punktbewertung ist aber im Audit deutlich leichter zu verteidigen als ein Bauchgefühl-ABC, und sie zeigt Verschlechterungen früh.
Was mache ich mit einem C-Lieferanten, den ich nicht ersetzen kann?
Genau dafür ist die Maßnahmenspalte da: Entwicklungsgespräch, engere Wareneingangsprüfung, Zielvereinbarung mit Frist, parallel Zweitquelle aufbauen. Ein unersetzbarer schlechter Lieferant ist auch ein Fall für die Risikobewertung nach 6.1, und so dokumentiert überzeugt er im Audit statt zu belasten.
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