Kostenlose Vorlage · ISO 9001:2015, Kapitel 9.3

Managementbewertung Vorlage (ISO 9001:2015)

Die Managementbewertung ist der Jahres-TÜV deines QM-Systems: die Geschäftsführung schaut auf die Zahlen und entscheidet, was sich ändern muss. Die Norm nennt in Kapitel 9.3.2 genau, welche Themen dabei auf den Tisch müssen, und in 9.3.3, was am Ende herauskommen muss. Kein Thema darf fehlen, das prüft der Zertifizierungsauditor Punkt für Punkt.

Diese Vorlage übersetzt die Normsprache in eine Gliederung, die du einfach von oben nach unten füllst. Jeder Abschnitt trägt einen kursiven Hinweis, was hineingehört und woher die Zahl typischerweise kommt. Was du nicht brauchst: Prosa. Drei ehrliche Sätze mit einer Zahl schlagen eine Seite Text.

Managementbewertung-Vorlage-ISO-9001.docx
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Stand: 17.09.2026 · gepflegt von w2 Labs

Was gehört rein

Status der Maßnahmen aus der letzten Bewertung
Was wurde beschlossen, was ist daraus geworden? Der Auditor legt beide Berichte nebeneinander.
Externe und interne Veränderungen
Neue Kunden, Personalwechsel, Gesetzesänderungen, Marktlage. Das verbindet die Bewertung mit dem Unternehmenskontext (Kapitel 4).
Kundenzufriedenheit und Rückmeldungen
Reklamationsquote, Bewertungen, direkte Rückmeldungen. Auch die unbequemen.
Erreichung der Qualitätsziele
Jedes Ziel mit Kennzahl, Zielwert und Ist. Ein verfehltes Ziel ist kein Problem, ein unkommentiert verfehltes schon.
Prozessleistung und Konformität
Laufen die Prozesse wie beschrieben? Ausschuss, Nacharbeit, Termintreue.
Nichtkonformitäten und Korrekturmaßnahmen
Anzahl, Schwerpunkte, Stand der Abarbeitung.
Auditergebnisse
Interne Audits und externe (Zertifizierung, Kundenaudits): Feststellungen und deren Status.
Leistung externer Anbieter
Ergebnis der Lieferantenbewertung, kritische Lieferanten, Konsequenzen.
Angemessenheit der Ressourcen
Reichen Personal, Ausrüstung, Wissen? Hier gehört der Engpass hin, bevor er im Audit auffällt.
Wirksamkeit der Maßnahmen zu Chancen und Risiken
Rückblick auf die Risikobewertung: Haben die Gegenmaßnahmen gewirkt?
Verbesserungspotenziale
Was soll besser werden, unabhängig von Problemen?
Beschlüsse (Ergebnisse nach 9.3.3)
Verbesserungsmaßnahmen, Änderungen am QM-System, Ressourcenbedarf. Jeder Beschluss mit Verantwortlichem und Termin.

So füllst du die Vorlage aus

  1. Zahlen eine Woche vorher einsammeln, nicht im Termin. Reklamationsquote, Zielerreichung, Auditstand und Lieferantenbewertung liegen in ERP, Auswertungen oder dem letzten Auditbericht. Der Termin selbst ist zum Bewerten da, nicht zum Suchen.
  2. Die Geschäftsführung muss dabei sein, nicht nur unterschreiben. „Oberste Leitung“ heißt in der Norm: wer das Unternehmen wirklich führt. Ein Review, das der QMB allein schreibt und die GF nur abzeichnet, fällt beim Auditor regelmäßig durch die Nachfrage: „Und was haben Sie entschieden?“
  3. Pro Abschnitt drei Sätze und eine Zahl. Ist-Stand, Bewertung (in Ordnung / nicht in Ordnung), Konsequenz. Wo alles gut ist, reicht genau das als Satz.
  4. Verfehlte Ziele ehrlich kommentieren. Der Auditor misstraut einem Bericht, in dem alles grün ist. Ein verfehltes Ziel plus Maßnahme plus Termin ist gelebtes QM, genau das will er sehen.
  5. Jeden Beschluss mit Name und Datum versehen. „Wir kümmern uns um die Ausschussquote“ ist kein Beschluss. „Fertigungsleitung senkt Ausschuss auf unter 2 % bis 30.06., Maßnahme XY“ ist einer.
  6. Bericht ablegen und die Beschlüsse in die Maßnahmenverfolgung übernehmen. Nächstes Jahr beginnt die Bewertung mit genau dieser Liste.

Worauf der Auditor schaut

  • War die oberste Leitung wirklich beteiligt, oder trägt der Bericht nur ihre Unterschrift? Auditoren fragen die GF im Gespräch nach einzelnen Beschlüssen.
  • Sind alle Eingaben aus 9.3.2 behandelt? Fehlt eine (gern vergessen: Leistung externer Anbieter, Wirksamkeit der Risiko-Maßnahmen), ist das eine Abweichung.
  • Gibt es echte Ergebnisse nach 9.3.3, also Beschlüsse mit Verantwortlichem und Termin, nicht nur Feststellungen?
  • Was wurde aus den Beschlüssen des Vorjahres? Ein Beschluss ohne Folgejahr-Status ist ein rotes Tuch.
  • Passt der Bericht zu den anderen Aufzeichnungen? Wenn die Reklamationsstatistik 23 Fälle zeigt und der Bericht von „vereinzelten Reklamationen“ spricht, wird nachgefragt.

Im QM-Portal füllt sich das von selbst. Kennzahlen aus dem ERP, Maßnahmen mit Termin, Nachweise an einem Ort, und diese Vorlage ist dort ein lebendes Dokument statt einer Datei im Ordner.

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Häufige Fragen

Wie oft muss eine Managementbewertung stattfinden?

Die Norm sagt „in geplanten Abständen“. Üblich und von Zertifizierern erwartet ist einmal jährlich, sinnvollerweise einige Wochen vor dem Zertifizierungs- oder Überwachungsaudit, damit der Bericht aktuell ist.

Muss das ein Meeting sein?

Nein. Die Norm fordert das Ergebnis, nicht die Form. In der Praxis bewährt: ein vorbereiteter Berichtsentwurf mit allen Zahlen plus ein Termin von zwei Stunden, in dem die Geschäftsführung bewertet und beschließt. Ein reines Umlaufverfahren funktioniert formal, hält aber der Nachfrage des Auditors an die GF selten stand.

Wer schreibt die Managementbewertung?

Vorbereiten darf sie jeder, meist der QM-Beauftragte. Bewerten und beschließen muss die oberste Leitung, das lässt sich nicht delegieren. Deshalb stehen im Beschlussteil dieser Vorlage Name und Unterschrift der Geschäftsführung.

Wie lang muss der Bericht sein?

So kurz wie möglich. Vier bis acht Seiten mit Zahlen und Beschlüssen sind mehr wert als zwanzig Seiten Prosa. Der Auditor liest quer und sucht die zwölf Pflichtthemen und die Beschlüsse.

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